Forschungsvorhaben Lebensmittelsicherheit

"Zoonosen und Lebensmittelsicherheit entlang globaler Warenketten" (ZooGloW)

Verbundpartner

Dauer

2013-2016

Forschungsinhalt

Im Forschungsvorhaben werden Methoden, Prozesse und Kommunikation der Lebensmittelsicherheit zur Vermeidung eines akzidentiellen Eintrags zoonotischer Erreger untersucht. 

Ausgangssituation

Von sogenannten Zoonosen, d. h. Krankheitserregern, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind, kann ein erhebliches Risiko ausgehen, wenn sie Lebensmittel verunreinigen und in Lebensmittelwarenketten gelangen. Die Projektpartner von ZooGloW untersuchen aktuelle Bedrohungen durch Zoonosen in Warenketten und erarbeiten Präventionsstrategien. 

Ziel des Forschungsvorhabens

Am Beispiel der Warenströme von Schweine- und Geflügelfleischerzeugnissen werden zunächst die konkreten Risikoprofile für den zufälligen Eintrag von Zoonoseerregern in Lebensmittelwarenketten analysiert. Unter Berücksichtigung bestehender Tests und Überwachungskonzepte soll das Eintragsrisiko abgeschätzt und innovative Testmethoden sowie optimierte Untersuchungsstrategien erarbeitet werden. Daneben wird überprüft, ob die bestehende Rechtslage für die Kontrolle von Warenketten ausreichend ist. Sowohl vorhandene als auch neue Untersuchungsstrategien werden einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen. Das Projekt untersucht die Rolle des Verbrauchers und evaluiert, wie die Lebensmittelsicherheit durch eine effektive Risikokommunikation verbessert werden kann.

Teilprojekt des IPM

Das IPM war am ZooGloW-Teilprojekt „Optimierung der Prozesse zur Lebensmittelsicherheit“ und damit an der Betrachtung der behördlichen Überwachungsprozesse sowie der Erarbeitung von Empfehlungen zur Stärkung im Sinne eines Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) derselben beteiligt.

Ergebnisse des Forschungsprojektes ZooGlow

Als Ergebnisse des Teilprojektes des IPM sind aktuell vier Berichte entstanden und publiziert worden. 

Praxisstudie: Rückverfolgbarkeit in kleinen und mittleren Lebensmittelbetrieben

Die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln in kleinen und mittleren Lebensmittelbetrieben stellt sich nach Aussagen von VertreterInnen der deutschen Lebensmittelüberwachung und anderen Fachleuten häufig als Problem dar. In dieser Praxisstudie werden funktionierende Beispiele aus verschiedenen Bereichen der Lebensmittelindustrie vorgestellt. Als Gestaltungsbereiche, die für das Funktionieren eines Rückverfolgbarkeitssystems von Bedeutung sind, wurden Führung, MitarbeiterInnen, Kommunikation, Prozesse, EDV und Methoden identifiziert. Die Sensibilisierung, die Risikowahrnehmung und das Steuerungsbedürfnis der Geschäftsführung eines Betriebes bilden das Zentrum, von dem aus Einfluss auf alle anderen Bereiche genommen wird. An den Bedingungen des Betriebes ausgerichtete Entscheidungen in den Gestaltungsbereichen fördern ein gutes Rückverfolgbarkeitssystem. Wesentliche Entscheidungen werden in den Ergebnissen der Praxisstudie zusammengefasst. Die Rückverfolgbarkeitslösungen von zehn Betrieben werden als Good Practices beschrieben.

Untersuchung der Informationsmöglichkeiten über Importbeschränkungen im internationalen Postverkehr

Das Thema dieses Berichts ist die Informationspolitik von Nicht-EU-Postdienstleistern über Verbote und Beschränkungen im Postverkehr. Die Untersuchung wurde mit der Annahme durchgeführt, dass eine schlechte Informationspolitik im Drittland ein Risiko für die Lebensmittelsicherheit und den Verbraucherschutz in der EU darstellen kann. Die zwei jeweils größten Migrantengruppen in den fünf größten EU-Staaten wurden als wahrscheinliche Versandländer und damit als relevante Gruppen für die Betrachtung angenommen. Die Internetseiten der staatlichen Postdienstleister der ermittelten Herkunftsländer wurden auf die Aspekte Vorhandensein, Auffindbarkeit, Vollständigkeit und Komplexität der Informationen untersucht und unter Einbindung aller Aspekte insgesamt bewertet. Die Prüfung wurde vom Projektteam und unabhängigen Testpersonen entsprechender Herkunft durchgeführt. Es wurden bei fast allen untersuchten Seiten Defizite der Informationsdarstellung festgestellt. Einzig die russische und ecuadorianische Post schneiden bei allen Aspekten gut ab. Verbesserungsvorschläge im Sinne der Erhöhung der Lebensmittelsicherheit in der Europäischen Union richten sich an die EU-Mitgliedstaaten und den Weltpostverein.

Befragung der deutschen Grenzkontrollstellen zur IT-Nutzung

Dieser Bericht enthält die Auswertung einer Befragung zur Nutzung von IT-Systemen an deutschen Grenzkontrollstellen (GKS). Die Befragung wurde im Sommer 2015 durchgeführt. Die Untersuchung wurde mit dem Ziel ausgearbeitet, Kenntnisse über die IT-Ausstattung und -Nutzung zu vervollständigen. Es wurde festgestellt, dass den deutschen GKS unterschiedliche IT-Lösungen für die Abwicklung von Einfuhren zur Verfügung stehen und dass diese die Abläufe weitgehend adäquat unterstützen

Befragung der deutschen Grenzkontrollstellen zur Zusammenarbeit mit dem Zoll

Dieser Bericht enthält die Auswertung einer Befragung deutscher Grenzkontrollstellen (GKS) zu ihrer Zusammenarbeit mit dem Zoll. Die Befragung wurde im Sommer 2015 durchgeführt. Die Untersuchung wurde mit dem Ziel ausgearbeitet, Kenntnisse über die Gestaltung der Zusammenarbeit der auf (Landes- oder) Kommunalebene angesiedelten GKS und der Bundesbehörde Zoll zu erlangen. Insgesamt vermitteln die Antworten der GKS, dass die Zusammenarbeit bei den Einfuhrkontrollen weitgehend zufriedenstellend verläuft. Aus Sicht der VerfasserInnen dieses Berichts bestehen Potenziale in Bezug auf regelmäßige Arbeitstreffen und doppelte Datenhaltung.

Alle Projektberichte sind herunterladbar in der Mediathek des IPM.

Ihr Ansprechpartner:

Oliver Massalski

030 - 3 907 907 - 20
oliver.massalski(at)ipo-it.com

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